Kanton Baselland: Leicht reduzierte Eigenmietwerte und höhere Pauschalabzüge für Liegenschaftsunterhaltskosten ab Steuerperiode 2018 auf Staats-/Gemeindeebene

Ab Steuerperiode 2018 werden im Kanton Baselland die Eigenmietwerte für selbstbewohnte Liegenschaften leicht herabgesetzt (im Vergleich zu den bis und mit Steuerperiode 2017 geltenden Werten). Ausserdem wird der Pauschalabzug für Liegenschaftsunterhaltskosten leicht erhöht. Konkret beträgt der Pauschalabzug für bis zu 10-jährige Gebäude neu 20%. Für ältere Gebäude beträgt der Abzug neu 25%.

Hintergrund: Per 1.1.2016 wurde das Steuergesetz Baselland u.a. dahingehend geändert, dass der Eigenmietwert für Wohneigentum reduziert wurde. Im Gegenzug wurde der Pauschalabzug für den Liegenschaftsunterhalt ebenfalls herabgesetzt. Konkret: für bis zu 10-jährige Gebäude betrug der Abzug auf Kantonsebene neu 12% (bisher: 25%), für über 10-jährige Gebäude belief sich der Abzug neu auf 24% (bisher: 30%). Gegen diese Gesetzesänderung hat u.a. der Mieterinnen- und Mieterverband Baselland und Dornach-Thierstein Beschwerde beim Bundesgericht erhoben. Die Beschwerde bezog sich auf den Umstand, dass der Eigenmietwert aufgrund der Steuergesetzesreform in Einzelfällen unter 60% des Marktmietwertes zu liegen kommen könnte (zur Erinnerung: in verschiedenen Entscheiden hat das schweizerische Bundesgericht festgehalten, dass der Eigenmietwert für Wohneigentum mindestens 60% des Marktmietwertes betragen muss). Das Bundesgericht hat die Beschwerde gutgeheissen und die Reduktion des Eigenmietwertes aufgehoben. Damit fanden in der Steuerperiode 2016 im Kanton Baselland automatisch die bisherigen (höheren) Eigenmietwerte wieder Anwendung. Die neuen (tieferen) Sätze für den Pauschalabzug wurden aber beibehalten. Dadurch ergab sich für Wohneigentümer ab Steuerperiode 2016 eine steuerliche Mehrbelastung.

Ab der Steuerperiode 2018 wird die vorerwähnte steuerliche Mehrbelastung nun teilweise wieder aufgehoben, indem die Eigenmietwerte in einem das Bundesrecht nicht verletzenden Masse reduziert werden. Ausserdem werden die Sätze für den Pauschalabzug auf das eingangs erwähnte Niveau (20% bzw. 25%) angehoben.